Aus zwei mach eins

Zwei WordPress-Blogs zusammenzuführen – das ist schon eine kleine Herausforderung. Habe ich gerade hinter mir.

Mit nur einem Blog umzuziehen, ist dagegen Kinderkram. phpMyAdmin -> Datenbank-Export -> Suchen/Ersetzen -> Datenbank-Import -> Bilder kopieren -> fertig. Gut, fast. Das war jetzt stark vereinfacht, aber im Prinzip ist es tatsächlich so simpel.

Wenn man es aber mit zwei Blogs und zwei Datenbanken zu tun hat, wird die Sache ein kleines bisschen komplexer. Kann sein, dass auch das einfach ist, wenn man Datenbank-Fuzzi mit jahrzehntelanger Erfahrung ist und alle SQL-Queries im Schlaf beherrscht. Bin ich leider nicht. So musste ich einen anderen Weg finden.

Hat geklappt, aber nicht im ersten Anlauf.

Auf der neuen Domain, dieser hier, habe ich ein jungfräuliches WP installiert. In den beiden Blogs habe ich alle jeweiligen Inhalte mit Bordmitteln, dem WordPress-Exporter, exportiert – Werkzeuge -> Daten importieren. Ergebnis: zwei XML-Dateien mit allen Inhalten.

Die Fotodaten, insgesamt immerhin schlappe 2GB, musste ich ebenfalls zusammenführen. Ich hätte die Upload-Ordner aus den beiden alten WP-Installationen per FTP herunterladen, vereinigen und wieder hochladen können. Aber das dauert bei der Datenmenge ewig. Ich habe also einen anderen Weg gesucht und gefunden.

Ich mag Zwei-Fenster-Manager, seit ich vor Jahrzehnten den ersten (DirOpus) benutzt habe.

Dazu habe ich mich per SSH bei meinem Provider eingeloggt – das geht (normalerweise) mit den FTP-Zugangsdaten. Freundlicherweise durfte ich dort im Terminal auch den legendären MC (Midnight Commander) starten und hatte so einen schicken Zwei-Fenster-Manager zur Verfügung. Damit waren die drei Foto-Ordner in Nullkommanix vereinigt. Per FTP hätte mir das viiiiiiiiiel zu lange gedauert.

Zurück zu den anderen Daten. Die beiden zuvor erzeugten XML-Dateien (Kopien!) habe ich editiert – mit Notepad++ – und alle Hinweise auf die alten Domains ersetzt durch die nun zu verwendende. Dann habe ich sie nacheinander in das neu angelegte Blog importiert. Wieder mit Bordmitteln – Werkzeuge -> Daten importieren. Den Haken bei Medien NICHT setzen. Danach finden sich die alten Inhalte im neuen Blog.

Ja, ich weiß, es fehlen noch alle möglichen Einstellungen aus den alten Blogs. Aber da wir hier nicht die ganze Datenbank kopieren, ist das eben so. Außerdem hat dieser Angang den Charme, eine saubere Datenbank zu erzeugen. Ich weiß gar nicht genau, was in der alten SQL-DB noch alles an uralten Resten aus diversen früheren Blog-Installationen stand. Haufenweise Schrott, nehme ich an. Also drauf geschissen.

Die vereinigten Fotos liegen ja auch schon auf dem Server. Schön. Aber Moment mal – das neue WP-Blog weiß leider nichts von ihnen und sieht infolgedessen ein wenig textlastig aus. Ruhig Blut, Hilfe naht.

An diesem Problem habe ich auch einige Zeit rumgeochst. Ja, ich kenne das Plugin „Add from Server“, das grundsätzlich in der Lage ist, der Mediathek Bilder von einem Server bekannt und somit wieder zu machen. Das mag auch für kleine Blogs funktionieren, aber bei Bildern aus elf Jahren in zig Unterordnern ist das Krampf, denn „Add from Server“ kann mit Unterordnern nix anfangen. Ihm also den neuen Upload-Ordner vorzuwerfen, scheidet aus. Man müsste sich in jeden einzelnen Unterordner eines jeden Jahres hangeln und die Daten quasi einzeln auswählen. Da hatte ich keinen Bock drauf.

Dann kam die Kavallerie. In Gestalt von Katsushi Kawamori. Und dessen Plugin „Moving Media Library“. Das macht genau das, was sein Name verheißt. Genial.

Ich habe es mal eben auf den beiden alten Domains installiert und damit eine json-Datei der jeweiligen Mediatheken erzeugt. Geht schnell. Dann das Plugin auch auf dem neuen Blog installiert und nacheinander diese zwei json-Dateien importiert. Das geht ruckzuck, und man hat wieder eine funktionierende Mediathek mit den Bildern aus beiden alten WP-Installationen.

Die Aufgabe, aus zwei Blogs eines zu machen, war damit zu 96 % erledigt. Der Rest Arbeit entfiel darauf, die alten Plugins wiederherzustellen – wobei Plugins-List enorm hilft -, sowie die Themes und Widgets. Dann noch ein paar Anpassungen, Kategorien aufräumen, Menüs anlegen, Permalinks checken, Vorschaubilder neu machen, und die Sache ist geritzt.

Ich empfehle spätestens jetzt mal ein Backup der Datenbank. Entweder vom Provider-Backend aus mit phpMyAdmin – oder, sehr viel komfortabler, direkt aus dem Blog heraus. WP-DB-Manager macht da einen sehr guten Job.

Hier und da fehlten ein paar Beitragsbilder und in wenigen Galerien waren Bilder reingerutscht, die da nicht hingehörten. Doch was war schnell repariert. Ich denke auch nicht, dass das an den für den Umzug eingesetzten Tools lag. Eher an Inkonsistenzen, die ich in den alten Blogs über viele Jahre mitgeschleppt hatte.

Mir ist bewusst, dass es in vielen Fällen keinen Sinn macht, aus zwei Blogs eins zu machen – schon, weil sie vielfach thematisch nicht zusammengehen. Für mich mit meinem multi-thematischen Allerlei-Blog mit leichtem fotografischem Schwerpunkt machte es durchaus Sinn. Mit halbwegs sinnigen Kategorien und anderen Kniffen wird sich schon Ordnung halten lassen. Und ich muss nicht mehr zwei WP-Installationen administrieren. Daher hatte ich auch keine Lust auf die denkbare Variante mit Subdomains.

Nun bleibt mir noch, meine Galerie wiederherzustellen. Vielleicht bekommt X3 noch einmal eine Chance. Schau’n wir mal.

Wer mal das gleiche Problem hat, kann von meinen Erfahrungen eventuell profitieren. Bei Fragen – fragen.

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